„Einen schützenden „Mantel“ bieten“
Frauengemeinschaft hörte Vortrag über Palliativpflege
Artikel der Ibbenbürener Volkszeitung vom 26. Februar 2010
-ru- Recke. „Man kann viel Gutes tun, wenn man einfach nur da ist“, sagte Schwester Agnes, am Dienstagabend im Clemens-August-Heim in Recke, wo sie gemeinsam mit Gerd Klues vor rund 40 Zuhörern, zumeist Frauen, über Palliativversorgung referierte. Klues ist Koordinator und Pflegedienstleiter auf der Palliativstation, die es sei 2005 im Thuiner St.-Elisabeth-Krankenhaus gibt. Sr. Agnes arbeitet dort als Krankenschwester.
Das Wort „Palliativ“ sei abgeleitet vom lateinischen „Pallium“ (= Mantel), erläuterte Sr. Agnes. Es gehe darum, für schwerstkranke Menschen, deren ursächliche Krankheit nicht mehr heilbar ist, einen Schutzmantel auszubreiten, die Lebensqualität, die da ist, noch aufrecht zu erhalten. Die Zeit noch mit Leben gut zu füllen.“
Das Wort „Palliativ“ sei abgeleitet vom lateinischen „Pallium“ (= Mantel), erläuterte Sr. Agnes. Es gehe darum, für schwerstkranke Menschen, deren ursächliche Krankheit nicht mehr heilbar ist, einen Schutzmantel auszubreiten, die Lebensqualität, die da ist, noch aufrecht zu erhalten. Die Zeit noch mit Leben gut zu füllen.“
Manchmal sei ein Lächeln, einfach nur die Hand zu halten, viel mehr wert, als alles andere, was man tun könnte, sagte die Schwester. Es komme nicht darauf an, „dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben“, sagte die Ordensfrau in Anlehnung an ein Zitat von Cicely Saunders. Es gehe um „Leben bis zuletzt“. Sechs Einzel- und ein Doppelzimmer, die gemütlich eingerichtet seien und die die Patienten mit eigenen Bildern oder persönlichen Gegenständen auch individuell gestalten könnten. Außerdem gebe es ein Wohnzimmer, das ein Ort der Begegnung sei und wo man sich mit anderen austauschen könne.
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Teamsprecherin Kathrin Kampen überreichte eine Spende der kfd St. Dionysius in Höhe
von 100 Euro an die Referenten, Sr. Agnes (l.) und Gerd Klues. Foto: Cornelia Ruholl
Ziel der Palliativmedizin sei die Schmerz- und Symptomkontrolle, wobei es um körperlichen wie auch um seelischen Schmerz gehe, die Integration der psychischen, sozialen und seelsorgerischen Bedürfnisse des Patienten und der Angehörigen und die Akzeptanz des Todes als ein Teil des Lebens. „Das ist kein einfacher Punkt“, so Sr. Agnes, die ausdrücklich betonte: „Palliativpflege ist eine eindeutige Absage an die aktive Sterbehilfe.“
Da zu sein, wenn der Schmerz am größten ist, nicht weglaufen, das sei ihr Anspruch. Die Palliativstation sei kein Hospiz. „Da gehe ich nicht zum Sterben hin“, sondern um wieder nach Hause zu gehen. Es gelte, „möglichst früh an den Symptomen zu arbeiten, und daraus Lebensqualität zu gewinnen.
Im Alltag auf der Palliativstation orientiere sich das Pflegeteam am Patienten. Der Tagesablauf sehr sehr individuell. Man achte zum Beispiel auf einen Tagesbeginn durch eigene Rituale.
Individualität werde auch bei den Mahlzeiten ermöglicht und auch verschiedenste Entspannungsmöglichkeiten gehörten zum Pflegeprogramm.
In der Palliativversorgung sollen die Patienten und zugleich auch die Angehörigen Schutz und Geborgenheit finden. Die Entlassung nach Hause sei das Ziel, die durchschnittliche Behandlungszeit betrage 14 Tage, letztlich werde der Patient aber solange bleiben, wie es nötig ist. „Bis die Symptome gut eingestellt sind“, so Klues. Oder bis der Patient signalisiere: „Jetzt geht das zuhause wieder.“ Man wolle Lebensqualität erhalten und gut für die Sicherheit zu Hause sorgen. Den kurativen, heilenden Ansatz könne die Palliativpflege nicht erfüllen. Sie setze sich aber auch ab vom Hospiz. „Wir entlassen deutlich über die Hälfte der Patienten nach Hause.“
Und dort könnten die Patienten dann auch von den Kräften der Palliativstation in Zusammenarbeit mit dem Hausarzt weiter betreut werden.
Außerdem sei die Palliativstation auch „Palliativstützpunkt Südliches Emsland“. Ein solches Koordinierungszentrum gebe es künftig in jedem Kreis in Niedersachsen. „Dieses Konzept wird man in Nordrhein-Westfalen nicht fahren“.
Als Einzugsbereich der Palliativstationen in Niedersachsen sei ein Umkreis von rund 60/70 Kilometern gedacht. Somit gehörten auch Recke, Hopsten sowieso, mit dazu.
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